Es ist nie zu spät

„Nicht systemkonform“ – Ein Buch präsentiert am Zuspätkommtag. Was zuerst nach einem ironischen Zufall klingt, passt wunderbar zusammen. Der Erscheinungstermin des Buchs selbst wurde immer wieder nach hinten verschoben. Aus Dezember wurde April. Die Buchpräsentation war unmittelbar nach Lieferung der Bücher angesetzt – und musste natürlich abgesagt werden. Nun, Ende Juli, war es endlich so weit. Die Lage stabil genug, die Gesellschaft motiviert genug, wieder an Veranstaltungen teilzunehmen. Es war uns wichtig, ein Zeichen zu setzen: Das Leben geht weiter. Verantwortungsbewusst planten wir das Event unter Berücksichtigung von Vorsichtsmaßnahmen. Die Sessel im Schachbrett-Muster aufgestellt; Spender, an denen man sich kontaktlos die Hände desinfizieren konnte; Getränke wurden mit Mund-Nasen-Schutz ausgeschenkt.

Es freut uns sehr, dass insgesamt etwa 70 bis 75 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen. Die Präsentation von „Nicht systemkonform. Menschen und Schicksale – 1938-1945“ wollten wir auf keinen Fall ausfallen lassen, da es ein Werk mit historisch wichtigem Inhalt ist. Nationalsozialismus, Vertreibung, Ausbeutung, Ermordung – schwere Themen, keine Frage. Souverän erklärte Friedrich Radlspäck – in Gols kennen ihn alle als Fritz – die Geschichte hinter dem Buch. Bewusst betont er immer wieder: Die Generationen danach trifft keine Schuld an dem, was damals passiert ist. Doch wir alle müssen informiert sein und müssen mit diesem Wissen darauf achten, dass ein derartiger Zustand nie mehr wieder eintreten kann. Jeder konnte spüren, wie sehr ihm dieses Thema am Herzen liegt. Nach der Buchpräsentation dauerte es noch eine Stunde, bis er alle Bücher signiert, alle Fragen beantwortet und bis alle ihre Fotos mit Fritz gemacht hatten.

Uns als Verlag bereitete die Planung eine große Vorfreude, weil es endlich so weit war, mit unseren Leserinnen und Lesern in Kontakt zu treten. Location buchen, Flyer verteilen, Tontechnik engagieren, Getränke organisieren, Gläser vorbereiten, Sessel aufstellen, Büchertisch, Rollups und Flaggen aufbauen und etwas Deko platzieren. Besonderes Augenmerk haben wir darauf gelegt, dass die Veranstaltung reibungslos und sicher mit ausreichend Abstand ablaufen kann. Das positive Feedback war enorm. Wir sind stolz darauf, ein gut geplantes, professionelles „Rundherum“ vorbereitet zu haben. Es ist schön, dass wir eine gebührende Präsentation für „Nicht systemkonform“ veranstalten konnten, dass so viele Leute gekommen sind und so viel ehrliches Interesse an dem Thema vorhanden ist. Die Präsentation ist vielleicht etwas „zu spät gekommen“, doch in diesem Fall gilt eindeutig: besser spät als nie.

#radlspaeck

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