Autorenporträt – Gerald Koller

Am Beginn jeder Begegnung wissen wir nicht, was uns erwartet. Doch lässt uns die Art der Kontaktaufnahme, der Umgang mit Sprache, ersichtlich in der spielerischen Wortwahl, welche Nähe und Distanz gleichermaßen wie ausgewogen vereint, eine innere Neugier auslösen auf das, was da kommt, um in eine Bereitschaft auf ein gemeinsames Abenteuer zu münden. 

Es ist die Faszination Sprache, die viele und vieles verbindet. Dem Autor Gerald Koller gelingt es mit seiner exzellenten Wortwahl, den Geist der Leserin, des Lesers zu beflügeln, lässt Gedanken aufgreifen und Neues entstehen. Wer, wenn nicht er, kann einen besseren Einblick in seine Arbeit geben, daher darf ich hier aus seinem ersten E-Mail an den Verlag zitieren:

„Liebe Margarete Tischler, das Engagement, das in Ihrem Tun für mich wahrnehmbar schlägt, hat mich bewogen, Ihnen ein gemeinsames Buchprojekt vorzuschlagen, das Ihre Veröffentlichung ‚Nicht systemkonform weiterführen kann: ZUSAMMEN HALT FINDEN wandert entlang des Grünen Bandes in fünf Passagen in ein mögliches gelingendes Morgen. Meine Auseinandersetzung mit dem Grünen Band Europas wurde durch seine motivierende Ausstrahlung als Raum der Veränderung provoziert: In weniger als drei Jahrzehnten wuchsen hier quer durch den Kontinent aus der destruktiven Historie des Eisernen Vorhangs vielfältige Lebensimpulse.

Einer davon ist der 2020 eröffnete Gesundheitsweg in Schattendorf, den ich gestalten durfte: zwischen den Gedenkorten für die Opfer der Schüsse von Schattendorf, die den österreichischen Bürgerkrieg entzündeten, und der Nazi-Barbarei am sogenannten Ostwall geben hier nun hundert Kinder und Jugendliche uns ihre Visionen für eine friedliche Zukunft als Handlungsauftrag in die Hand.

Der Weg entlang der Grenze/des Grünen Bandes wird aktuell als österreichischer Beitrag zum European Green Belt Journal 2021 vorgestellt.

Unsere weiteren Recherchen zwischen dem Mühlviertel und Triest haben das Umweltbundesamt bewogen, das von mir geleitete Forum Lebensqualität mit der Vernetzung der 151 Grenzgemeinden am österreichischen Grünen Band zu beauftragen. Dabei unterstützt uns der Österreichische Alpenverein, mit dem wir seit 2019 in Schattendorf ein internationales Dialogfestival veranstalten.

Anliegen des nun erarbeiteten Textes ist es, die gesellschaftsbildende Kraft des Dialogs mit der kontinentalen Lebenslinie des Grünen Bandes zu verknüpfen, die vor dreißig Jahren eine Geschichte der Zuversicht zu erzählen begonnen hat. Und sie als Ariadnefaden aufzugreifen – auf unserem taumelnden Weg durch das Labyrinth offener Fragen, das uns mit Erderhitzung und Pandemie unnachgiebig existentiell herausfordert. In dem nun in der Erstfassung fertiggestellten Text ZUSAMMEN HALT FINDEN nütze ich ihre Symbolkraft über die ökologische Dimension hinaus für die Auseinandersetzung mit politischen, sozialen und mentalen Fragen der Gegenwart und Zukunft. Den gesuchten Weitblick unterstützen Fotos von Stimmungen am Grünen Band.“

Im Dialog mit der Welt – unter diesem Lebens- und Arbeitsmotto erstellt der Autor, freie Pädagoge und Konstruktivitätsforscher seit vier Jahrzehnten ermutigende Landkarten für ein umfassenderes Gesundheitsverständnis und eine Pädagogik der Freude. Seine Orientierungshilfen – unter anderem zusammengefasst im Ansatz der Resonanzpädagogik® – weisen in Form von Modellen, Essays, Erzählungen, Dialogen und Studienwegen den Weg von der Destruktivität zum konstruktivem Miteinander – und finden international Anwendung. Manche von ihnen waren Anlass dafür, dass Gerald Koller als erster Österreicher 2011 zum Ashoka Fellow im weltweiten Netzwerk making more health berufen wurde.

„ZUSAMMEN HALT FINDEN. Mit dem Grünen Band durch die Krise zum besseren Leben für alle“ von Gerald Koller

Es sind die Begegnungen, die unser Leben zum Leben erwecken, und es sind Bücher, die unseren Horizont erweitern für immer neue Begegnungen und ein gelingendes Morgen.

SHARE IT:

Leave a Reply

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>