Als er uns kommen sah, meine Freundin
Ina und mich, der Eingangstüre des Tanzlokals zustrebend, dachte er – wie er
mir später sagte – „alte Frau“, hielt uns aber, ganz Gentleman, die Tür zum
Gasthof auf und wir gingen nickend an ihm vorbei. Welch ein Zufall, wir bekamen
den letzten freien Tisch zugeteilt, ebenso die zwei Herren, die mit uns
gemeinsam das Gasthaus betraten, nahmen an diesem Tisch Platz. Der Saal war
komplett vollbesetzt.
Unsere Garderobe, Daunenparka,
Handschuhe, Schal, legten wir auf dem einzigen freien Sessel neben dem Tisch
ab. Ich trug einen nicht zu engen hellbraunen Rock und ein in Brauntönen
gehaltenes, mit Schlangengrün durchzogenes, glitzersteinchenbesetztes,
mexikanisch anmutendes Shirt und nicht zu hohe Pumps. Ich war zum Tanzen gekommen, wenn auch ohne
Partner.
Da dachte Filip, so hieß unser Kavalier,
„junge Frau“. Ich sah auch um vieles jünger aus, die Figur schlank, die
Ausstrahlung beeindruckend, freundlich. Ich startete den Versuch, den Anschluss
an das Leben wieder zu finden. Warum soll gerade hier mein neues Leben
beginnen?
Ich befand mich in einer komplett
anderen Welt, die vielen Menschen rundum, der Lärm unzähliger Stimmen, die mein
Herz aus der Stille meines Hauses herausrissen. Zaghaft in die Wirklichkeit zu
gehen, das Leben für mich allein gestalten, meistern zu müssen, zu wollen. Das
ist es, zu wollen!