„Gott schütze Österreich!“

Mit diesen Worten verabschiedete sich Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am 11. März 1938.

Geschichte greifbar, begreifbar machen. Friedrich Radlspäck ist dies gelungen mit seinem Werk Nicht systemkonform. Fünf Jahre lang recherchierte er für seine umfangreiche Dokumentation über die Schicksale von „nicht systemkonformen“ Menschen, die unter dem NS-Regime verfolgt wurden.

Vom ersten fertigen Manuskript, das wir übernommen haben, war es noch ein langer Prozess zum fertigen Buch. Die Herausforderung für uns stellten die zahlreichen Fußnoten, die einen besonderen Stellenwert in diesem Buch haben. Um ihre Bedeutung hervorzuheben, haben wir diese wie den Inhalt behandelt. Der Leser findet die „Fußnoten“ als Quellenverweis am linken beziehungsweise rechten Seitenrand. Dadurch wird die Dokumentation sichtbar.

Textpassagen, die in Kursiv sind, wurden wörtlich aus einer Quelle übernommen. Der Quellenverweis dazu steht in der Randspalte. So gibt es ständig Orientierung, woher die Information stammt. Die akribische Dokumentation macht es möglich, objektiv auf diese Zeit zu blicken. Das Buch kommt aus ohne Täter und Opfer. Fakt ist, Friedrich Radlspäck beschreibt auf 372 Seiten die Schicksale von 187 namentlich erwähnten Personen, belegt mit 1.165 Quellenverweisen.

Um einen schnellen Überblick über alle erwähnten Personen zu bekommen, sind alle Namen in einer Tabelle am Ende des Buches angeführt. Darauf folgt ein Glossar, in dem zusätzliche Informationen zu bestimmten Begriffen sowie die Bedeutung der verwendeten Abkürzungen erklärt werden.

Im Herbst 2019 bei unserer Lesung unterm Nussbaum präsentierten wir erstmals Textstellen aus dem Buch. Das Publikum war überrascht, dass eine Dokumentation so lebendig sein kann. Viele Informationen, viele Gedanken, viel Arbeit verstecken sich hinter dem Buch Nicht systemkonform, welches ab 2. April 2020 erhältlich ist.

11. März 1938: Nach dem von Hitler ultimativ geforderten Rücktritt von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, der sich im Rundfunk mit den Worten „Gott schütze Österreich!“ verabschiedet, ernennt Bundespräsident Wilhelm Miklas nach mehrstündigem Widerstand unter massivem Druck den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart zum Regierungschef. Hitler ordnet den deutschen Truppeneinmarsch in Österreich an.

https://www.sn.at/panorama/wissen/11-maerz-1938-bundeskanzler-kurt-schuschnigg-gott-schuetze-oesterreich-25178224 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2020
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