Bestimmt der Schein das Sein?

Ein alter Spruch sagt: „Kleider machen Leute“. Im Zuge unseres Faschingstreibens im Haus haben wir unsere ersten Bücher verkleidet. Ihnen sozusagen „Neue Kleider“ verpasst.
Es machte Spaß, ohne viel Aufwand bunte Cover, in diesem Fall „Kostüme“ zu gestalten.

Kostüm-Cover für kurze Zeit, für einen Clip, für ein Fotoshooting und geblieben ist die Bestätigung. Jedes Buch hat ein Recht auf ein passendes Cover. Jeder Leser hat ein Recht darauf, vom Cover auf den Inhalt zu schließen. Es zumindest anziehend zu finden, um sich für den Inhalt zu interessieren. Und obwohl ich mein Handwerk Werbung und Design nun schon Jahrzehnte ausübe, stellte ich mich dem Bestreben der Autoren, das Cover zu gestalten, nicht in den Weg. Es wurde die Idee für das Cover teilweise aufgegriffen oder übernommen. Sehenden Auges, dass diese zwar den Autor, die Autorin und den Inhalt widerspiegeln beziehungsweise ihnen gerecht werden, jedoch im Reigen der vielen Neuerscheinungen mit ihrem Outfit keinen Platz in den ersten Reihen erhalten werden.

Viel wichtiger, als in den ersten Reihen zu stehen, ist für uns, dass das Buch seine Leserin/seinen Leser findet. Daher haben wir beim Buch „Ein gelungenes Leben“ der Autorin Angela Gangl das Cover-Design zur Gänze in unsere Hände genommen. Das Feedback der Autorin und die Verkaufszahlen geben uns recht. Bei diesem Cover bestimmt eindeutig nicht der Schein das Sein sondern das Sein den Schein ?

Das Sein, der Inhalt ein Thema, welches uns alle betrifft und jeder auf seine Weise daran arbeitet. „Ein gelungenes Leben“: Der Titel in Orange steht für Lebensfreude, Licht und Wärme. Das Motiv, zwei spielende Kinder, die einen Papierflieger durch die Luft segeln lassen, symbolisiert die Leichtigkeit, die Freude am Spiel, die wir in unser Erwachsenen-Leben hinüber retten möchten. Die Wolken, die pastellig gehalten in den fliederfarbenen Hintergrund übergehen. Dieses zarte Lila wirkt auf uns beruhigend, gleichzeitig steht es auch für Spiritualität und spricht unser Unterbewusstsein an. Vor dem Cover steht die Auswahl der Typografie. Für dieses Buch haben wir bewusst eng zusammenstehende Buchstaben für den Titel gewählt, um damit das Familienstellen zu symbolisieren.

Jeder Argumentation folgt eine Gegenargumentation, alles eine Frage der Sicht, des Blickwinkels des Betrachters. Es bleibt die Frage spannend: „Bestimmt der Schein das Sein oder das Sein den Schein?

Mit viel Freude arbeiten wir am Cover für das Buch von Friedrich Radlspäck, Autor und Hobbyhistoriker, „Nicht systemkonform“ 1938-1945. Menschen und Schicksale.

#gangl #radlspäck

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